Freie Presse vom 02. 12. 2008:
Foto aus der Freien Presse

Eine Gala für die Sportler

16. Freiberger Ball des Sports – Ebenhöh: „Wir versuchen, eine neue Lösung zu finden.“

Von Steffen Bauer

Freiberg. Die erfolgreichen Sportler der Region haben am Sonntagabend erneut ihre verdiente Ehrung erhalten. Auf dem 16. Ball des Sports im erneut ausverkauften Konzert- und Ballhaus „Tivoli“ feierten mehr als 450 Gäste mit den „Sportlern des Jahres 2008“, wobei sich mehr als 12.000 Einsender an der Umfrage von „Freie Presse“ und Kreissportbund (KSB) Freiberg beteiligt hatten.

„Eine umwerfende Resonanz“, zeigte sich auch KSB-Präsident Andreas Ebenhöh beeindruckt. Der Ball war nochmals ein Höhepunkt, zugleich aber auch die Abschiedsveranstaltung des Kreissportbundes, der sich zum Jahresende auflöst. Wie die Sportlerumfrage im neuen Landkreis Mittelsachsen fortgesetzt wird, dafür hatte Ebenhöh am Sonntag noch kein Patent: „Wir müssen aber versuchen, eine Lösung zu finden.“

Denkbar sei in den nächsten Jahren noch eine regionale Variante, da die Sportlerumfrage in Freiberg, Mittweida und Döbeln bislang „sehr unterschiedlich“ gehandhabt worden sei. Für einen gemeinsamen Ball brauche man zudem einen größeren Veranstaltungsort, so der Freiberger KSB-Chef: „Das ‚Tivoli’ ist dafür sicher zu klein.“ Auch die Finanzierung müsse geklärt werden, erklärte Ebenhöh, wobei sich nicht zuletzt die Sparkassen als größte Förderer der Kreissportbünde in der Region verständigen müssten. Die Kommunalpolitik stellt sich dabei hinter die Sportler: „Diese Tradition darf nicht abbrechen“, sagte Freibergs Oberbürgermeister Bernd-Erwin Schramm. Die Veranstaltung sei eigentlich „eine Selbstverständlichkeit, um die Leistungen der erfolgreichen Sportler zu würdigen und als Anerkennung für den Breitensport.“ Wenn es über den KSB zunächst keine Fortsetzung gebe, seien auch die drei „Ursprungsstädte“ der Region in der Pflicht: „Freiberg muss hier Flagge zeigen.“

Am Sonntagabend waren erneut viele Übungsleiter und Funktionäre aus Vereinen der Region zur Sportgala gekommen. Sie erlebten ein untes Programm mit den jüngsten Turnern vom TV 1844 Freiberg, einem Feuerwerk der Pink Petticoats aus Freiberg sowie einer spektakulären Kampfsporteinlage der Freiberger Taekwondosportler. Darin eingebettet war die Ehrung der 36 Kandidaten, wobei auch in diesem Jahr Weltmeister, Deutsche Meister und Medaillengewinner bei nationalen Titelkämpfen auf der Bühne standen. „Das war nochmal eine Sternstunde“, strahlte Wolfgang Schmidt. Der 67-jährige Tischtennisspieler, in diesem Jahr zweifacher Weltmeister der Senioren, konnte wie Judokämpferin Maren Fritzsche bei den Damen seinen Vorjahreserfolg wiederholen. „Das ist eine Riesensache, hier oben auf der Bühne zu stehen.“

„Ach, wieso soll ich denn traurig sein? Ist doch eine tolle Platzierung“, meinte Leitathletin Kristin Hösel. Für sie reichte es das zweite Mal hintereinander nur zum undankbaren 2. Platz. „Damit bin ich sehr zufrieden. Und der Sportlerball war ein toller Grund, um nach zwei Monaten mal wieder heim zur Familie zu kommen.“

Die 19-Jährige studiert seit diesem Jahr in Lübeck. Wie schon im vorigen Jahr musste sie Judoka Maren Fritzsche den Vortritt lassen. Bei der könnten daheim bald die Handwerker anrücken. „Der Siegerpokal kommt neben den von 2007. Da ist noch Platz. Und falls ich nächstes Jahr nochmal gewinnen sollte, wird eben angebaut“, meinte sie mit einem Augenzwinkern.

Das bezauberndste Lächeln im Saal hatte ein kleines Mädchen, das ... den 4. Platz belegte. Die elfjährige Judoka Julia Seib war auf der großen Bühne kaum zu sehen, aber ihr Lachen überstrahlte alle anderen. „Auf so einer großen Bühne habe ich noch nie gestanden. Aber es war alles richtig toll, und ich bin voll zufrieden mit meiner Platzierung“, meinte sie.